Lage
Hogar San Rafael ist ein deutsch-italienisches Projekt der Diözese San Pedro Sula in Honduras für Straßenkinder. Es liegt im Departamento Cortés
und gehört dort zum Municipio von Villanueva. Villanueva befindet sich ca. 40 km südlich von San Pedro Sula, einer der größten
Städte des Landes, an der Verbindungsstraße zwischen der Hauptstadt Tegucigalpa und San Pedro Sula. Das Kinderdorf Hogar San Rafael liegt ca. 20 km von
Villanueva entfernt in den Bergen auf einer ungefähren Höhe von 600 m und nimmt eine Fläche von 35 ha ein. Die Nachbardörfer El Venado, Chasnigua und El Sauce liegen jeweils ca. 1 km, 5 km und 15 km entfernt. Erreichbar ist Hogar San Rafael von Villanueva
aus mit dem Auto oder mit dem Bus.
Landkarte von Honduras
Geländeplan von Hogar San Rafael
Entstehung, Organisation und grundlegende Prinzipien

Hogar San Rafael bietet elternlosen und verlassenen Kindern ein neues zu Hause, wo sie beschützt leben und aufwachsen können. Sie bekommen dort die Chance,
wieder in ein normales Leben zurückzukehren und sich auf ein zukünftiges selbständiges Leben in Honduras vorzubereiten.
Im Jahr 1997 wurde auf Initiative des deutschen Priesters Thomas Drews das Gelände erworben und im Juni 1999 das Projekt gegründet.
Das Kinderdorf nimmt Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 14 Jahren auf, in Ausnahmen bis 15 Jahren, die über Kinder- und Jugendeinrichtungen in San Pedro Sula vermittelt werden.

Die Kinder erhalten Essen, Unterkunft, Kleidung, medizinische Versorgung und die Möglichkeit Bildungseinrichtungen wie Kindergarten, Grundschule und weiterführende Schulen zu besuchen.
Um das Projekt zu realisieren war der Aufbau einer Infrastruktur notwendig: Wohnhäuser, Speisesaal, Küche, Spielraum, Kunstwerkstatt und in Zukunft werden eine erste Stufe für Kinder, die
direkt von der Straße kommen, sowie eine medizinische Ambulanz und ein Fußballplatz angeboten. Ein Schwimmbad für therapeutische Zwecke ist noch ein Traum.
In San Rafael arbeiten ein Priester, eine Psychologin, ein Sozialpädagoge und weiteres ausgebildetes und auszubildenes honduranisches Personal sowie europäische Gäste.
Unsere grundlegenden Prinzipien sind ein Leben in Gemeinschaft mit familienähnlichem Klima und Gleichberechtigung für alle Kinder. Da das Hogar San Rafael ein Projekt der
katholischen Kirche ist, geben wir den Kindern die grundsätzlichen Werte unseres christlichen Glaubens mit auf ihren Lebensweg.
Die Freiwilligkeit, zu kommen, zu bleiben und zu gehen, ist eines dieser Prinzipien.
Es werden folgende Aufgaben realisiert:
Beratung:
Wertevermittlung, Betreuung von emotionalen Problemen, spirituelle Orientierung, Verbindung zu anderen Gruppen der Gemeinschaft
Erziehung:
Sozialverhalten, Betreuung bei den schulischen Hausaufgaben, persönliche Sauberkeit und Hygiene, Werkstätten, künstlerische Aktivitäten
Umwelt:
Landwirtschaft, Kultivierung von Gemüse und Früchten, Erhaltung des Waldbestandes in San Rafael
künstlerische Beschäftigung:
Zeichnen, Malen, Kunst, Herstellung von Ketten und Armbändern aus natürlichen Materialien, Schnitzereien, Bilder
Gemeinschaftsveranstaltungen:
Einbeziehung in kulturelle Aktivitäten, sportliche und vergnügliche Ereignisse
San Rafael betreut zur Zeit ungefähr 24 Kinder aus verschiedenen Regionen in Honduras: Chamelecón,
Cofradía, La Lima, San Pedro Sula, Santa Rosa de Copán, Tela, Villanueva, Yoro.
Hausbau und Landwirtschaft
Seit Februar 2006 gibt es eine eigene 6-klassige Primarschule in den Räumen, die ehemals als Krankenhaus bestimmt waren. Die Schule wird
von der Organisation PROHECO wesentlich untersützt.
Neben der Erziehung der Kinder werden in San Rafael einheimische Arbeiter zur Erhaltung der Gebäude und in der Landwirtschaft eingesetzt. Gebaut wurden Häuser für die Kinder, Erzieher und
Arbeiter. Außerdem wurde mit italienischer Finanzierung ein Krankenhaus gebaut, das die umliegenden Bergdörfer medizinisch versorgen soll. Die Landwirtschaft, deren
größter Teil sich im Nachbardorf El Sauce befindet, setzt sich zusammen aus Viehhaltung (Schweine, Rinder, Hühner, Enten, Ziegen) und dem Anbau von hauptsächlich Mais, Zuckerrohr,
Bohnen, Bananen, Yuca, Ananas und Kohl. Der Großteil der Ernte dient zur Selbstversorgung. Überschüsse sollen verkauft werden, um ansatzweise die Ausgaben zu decken.
Hilfe aus Deutschland, Italien und Honduras
Hilfsgruppen in Deutschland, Italien und Honduras unterstützen Hogar San Rafael bei seiner Entwicklung mit Geld- und Sachspenden sowie mit konkreten Hilfseinsätzen vor Ort.
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