Startseite News-Archiv

Nachrichten, Berichte und Zeitungsartikel


[Jahr 2005]     [Jahr 2004]     [Jahr 2003]     [Jahr 2002]     [Jahr 2001]



Wenn Sie sich für Nachrichten und Berichte aus dem Jahr 2001 interessieren, dann klicken Sie auf einen der Einträge der folgenden Liste. Durch scrollen können Sie die Artikel auch der Reihe nach alle lesen. Berichte aus anderen Jahren erhalten Sie, wenn Sie einem der obenstehenden Links in der Zeitleiste folgen.


Dezember 2001:   2002 wird wieder ein Container nach Hogar San Rafael geschickt

Dezember 2001:   Not der Straßenkinder lindern - Angelika und Paul Heitkötter engagieren sich bei Hilfsprojekt in Honduras

31. Oktober 2001:   Ehemalige Freiwillige berichten über Ihre Arbeit im Straßenkinderprojekt "Hogar San Rafael" in Honduras

Oktober 2001:   Bericht des Projektleiters Thomas Drews über Hogar San Rafael






Dezember 2001:

2002 wird wieder ein deutscher Container nach Hogar San Rafael geschickt

2002 wird wieder ein deutscher Container auf die Reise nach Hogar San Rafael geschickt. Wer hierbei mit Sach- und Geldspenden helfen möchte, wendet sich an das Ehepaar Heitkötter (Tel.: 0 25 71 / 5 21 72 - Email: Heitkoetter@web.de), das November und Dezember 2001 in San Rafael war, oder an den Pfarrer Spieker (Tel.: 02 51 / 6 10 71), der in Münster-Gremmendorf für San Rafael aktiv ist.


Zurück zum Seitenanfang Zurück zum Seitenanfang





Dezember 2001:

Not der Straßenkinder lindern - Angelika und Paul Heitkötter engagieren sich bei Hilfsprojekt in Honduras

Greven. - Hilfe leisten. Sich konkret einbringen. Zeit haben, Zeit finden. Menschen nahe sein. Angelika und Paul Heitkötter erfüllten sich mit der Teilnahme am Straßenkinderprojekt "Hogar San Rafael" im mittelamerikanischen Honduras diesen Traum.

Angelika Heitkötter genießt die herzliche Gastfreundschaft der vier Franziskanerinnen Begonnen hat es vor einem Jahr. Da hörten sie von dem Projekt, hörten auch: ehrenamtliche Mitarbeit ist möglich. Über Pfarrer Spieker aus Gremmendorf - ein gebürtiger Schmedehausener - nahmen sie Kontakt zu einem Seelsorger in Honduras, Kaplan Thomas Drews, auf. Schon bald stand fest: Die Heitkötters sind dabei.

Mitarbeit

Ab in den Jet, zur Regenzeit waren sie da: Angelika Heitkötter arbeitete an Nähmaschine und Kochtopf, ihr Mann Paul nahm sich ramponierter Räder und defekten technischen Gerätes an. "Improvisation hieß das Zauberwort", erzählen die Beiden, die in einem Gästehaus in den Bergen nahe dem Ort Villanueva zusammen mit anderen Helfern wohnten.


Ziel des Projektes ist, verlassenen und verwaisten Kindern einen neue Heimat zu geben. Diese Kinder besuchen in einem abgelegenen Nachbardorf die Schule, haben aber auch kleine Aufgaben für die Gemeinschaft zu erfüllen. Die eigene Wäsche machen, Versorgung der Tiere - selbstverständlich. Zum Jahreswechsel besucht Kaplan Thomas Drews mit den Kindern die Verwandtschaft in allen Teilen des Landes.


Gerne begleiten die Kinder Padre Thomas auf seinen Fahrten zu den Messen in die verschiedenen Bergdörfer Je sechs oder sieben Kinder leben mit ihrem Erzieher in einem Haus. Vier Nonnen betreuen sie, junge angelernte Arbeiter helfen in der 47-köpfigen Gemeinschaft, die mit ungewöhnlichen Lebensbedingungen zu käpfen hat. Um dem zu entfliehen, versucht man sich mit Lebensmitteln selbst zu versorgen, baut Obst und Gemüse an, züchtet Tiere.

"Perspektiven gibt es nur wenig", erzählt Angelika Heitkötter, "aber den Kindern wird eine Chance gegeben." Schulausbildung und Lebenssicherheit sind nur möglichdurch Spenden. Mit Hilfe der Sach- und Geldspenden entsteht z.B. ein kleines Hospital, das auch der Bevölkerung in umliegenden Bergdörfern offen stehen soll.

Überfall

Ein brutaler Raubüberfall auf Kaplan Drews, bei dem auch auf ihn geschossen wurde, hat die Gemeinschaft erschüttert, hat auch die Heitköters daran erinnert, dass die Lage in Honduras sehr angespant ist. Dennoch haben alle Helfer das große Ziel vor Augen, Kindern ein besseres Leben abseits von Straße, Drogen und Elend zu geben.

Angelika und Paul Heitkötter fahren noch einmal nach Honduras, das steht fest. In Gedanken sind sie oft dort, erinnern sich an die "blitzsauberen" Menschen in ihren bescheidenen Hütten, an die Zuneigung, die ihnen entgegengebracht wurde, aber auch an die Trauer beim Abschied. "Dass man ganz bescheiden, ganz glücklich leben kann, dass wir uns einbringen konnten, war eine besondere Erfahrung", betont Angelika Heitkötter. Leben ohne den Faktor Zeit, Gelassenheit erfahren, die Gemeinschaft mit den jungen Leuten, das hat Paul Heitkötter genossen. Es waren sechs ganz ungewöhnliche Wochen... - Miriam Salomon


Zurück zum Seitenanfang Zurück zum Seitenanfang





31. Oktober 2001:

Ehemalige Freiwillige berichten über Ihre Arbeit im Straßenkinderprojekt "Hogar San Rafael" in Honduras

Auf großes Interesse stieß der Dia-Vortrag vier ehemaliger Freiwilliger des Straßenkinder-Projektes "Hogar San Rafael" in Honduras am Mittwochabend, den 31. Oktober 2001 in der Gremmendorfer Pfarrgemeinde St. Ida. Dabei berichteten die Freiwilligen Johanna Lidzba, Johannes Kohlstedte, Regina Brandt und Dominik Menning über ihre Arbeit in Honduras.

Nach der Begrüßung durch stimmungsvolle honduranische Musik und der Vorstellung der Freiwilligen, las Johanna Lidzba einen Dankesbrief des Projektleiters und ehemaligen Kaplans von St. Ida, Thomas Drews, vor. In seinem Brief bedankte er sich bei den zahlreichen Spendern für ihre langjährige Unterstützung von San Rafael und wies auf die zahlreichen Fortschritte, aber auch Probleme im Projekt hin.

Nachdem Johannes Kohlstedte über die aktuelle Lage in Honduras referiert hatte, sprach Regina Brandt über die Gründe für die Verwahrlosung vieler honduranischer Kinder und ihr Leben auf der Straße. Viele Kinder zögen es vor auf der Straße zu leben, da sie in ihren Familien unter sexuellem Mißbrauch und Gewalt zu leiden hätten oder von ihren Stiefvätern verstoßen würden.

Wie gefährlich dieses Leben für die über 4000 Straßenkinder ist, zeigt das Beispiel des Sechzehnjährigen Sergio Castillo Landín, der nach seiner Flucht aus einer inhumanen Haftanstalt erschossen aufgefunden wurde. Um Kindern wie Sergio die Rückkehr in ein beschütztes Leben zu ermöglichen, hat Thomas Drews das Projekt San Rafael ins Leben gerufen.

Der anschließende Dia-Vortrag verschaffte den Zuhörern einen Einblick in die Arbeit im Projekt. Dabei erzählten die Freiwilligen von ihren persönlichen Erfahrungen. Da sie über keine pädagogischen Qualifikationen verfügen, arbeiteten sie nicht als Erzieher, sondern halfen beim Hausbau und in der Landwirtschaft mit. Dennoch hatten sie ausreichend Gelegenheit die Kinder näher kennenzulernen und ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufzubauen. Der Vortrag endete mit einer offenen Diskussion.

Um ihre Arbeit in Deutschland fortzusetzen haben die vier Freiwilligen in Zusammenarbeit mit sechs anderen ehemaligen Mitarbeitern des Projektes eine Container-AG gegründet, welche einen Hilfscontainer mit Spendengütern für Honduras organisieren wird.


Zurück zum Seitenanfang Zurück zum Seitenanfang





Stand Oktober 2001:

Bericht des Projektleiters Thomas Drews über Hogar San Rafael

Liebe Freunde und Helfer,

seit meinem Besuch in Deutschland ist nun wieder einige Zeit vergangen und ich möchte Sie wieder einmal über den aktuellen Stand des Projektes Hogar San Rafael informieren. Seit meiner Deutschlandreise hat sich hier wieder einiges getan und trotz immer wieder auftretender Schwierigkeiten geht der Aufbau des Projektes zügig voran. Wir wissen hier jedoch, dass dies ohne Ihre ständige Unterstützung und Hilfe nicht möglich wäre. Ich bin immer wieder überrascht und erfreut, über die Ideen, die Sie haben, wie Sie dem Projekt helfen können. Leider erfahren wir hier nicht immer von allen organisierten Veranstaltungen zu Gunsten des Projektes, aber das, was ich hier mitbekomme, verblüfft und erstaunt mich immer wieder. Für all Ihre Mühen kann ich Ihnen gar nicht genug danken und auch nicht für die treue Unterstützung, die Sie mir nun schon seit ein paar Jahren zukommen lassen.

Deshalb: "Ein vergelt´s Gott", da unser Dank gar nicht ausreichen kann.

Ihnen allen wünsche ich eine besinnliche und freudige Adventszeit.

Ihr Kaplan Thomas Drews



Die Kinder

Im letzten Bericht haben wir Ihnen mitgeteilt, dass wir eine neue Kindergruppe aufgenommen haben. Leider ist es uns nicht gelungen, alle 4 Kinder halten zu können. Einige Kinder sind wieder auf die Straße zurückgekehrt, andere haben sich wieder für die Kombination Casa Club und Straße entschieden oder sind wieder in ihre Familien zurückgekehrt. Wenn ein Kind uns verlassen hat, haben wir ein neues Kind aufgenommen.

Jetzt leben in der neuen Gruppe 7 Kinder und wie es scheint, hat sich jetzt auch diese Gruppe nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Eingewöhnungs- und Einlebungsphase stabilisiert. Sie nehmen schon seit einiger Zeit keine Drogen mehr und sind sehr an ihrer persönlichen Weiterentwicklung interessiert und arbeiten eifrig mit. Allerdings leben sie besonders in Konfliktsituationen mehr nach den Regeln der Straße, als nach den Regeln unseres Heimes und so kann es immer noch passieren, dass ein Kind San Rafael nach einem Streit verlassen wird. Aber so langsam ändert sich auch das Konfliktverhalten und wir glauben immer mehr, dass auch diese Gruppe in der jetzigen Zusammensetzung in San Rafael aufwachsen wird.

Wir haben jetzt angefangen, die Familien dieser Kinder ausfindig zu machen und die ersten Kontakte wieder hergestellt. Bis auf 3 Kinder haben wir alle Familien finden können und diese Arbeit kostet viel Zeit. Die Kinder leben schon seit einigen Jahren auf der Straße und können sich nur noch an den letzten Wohnsitz erinnern. Häufig wissen dann die Nachbarn, wo die Familie hingezogen ist und wir versuchen es erneut in der nächsten Stadt. Durch die Arbeitsuche ziehen die Familien häufig um und es dauert oft Tage, bis wir sie schließlich gefunden haben. Bis auf die 3 Kinder, wo wir irgendwann ehemalige Nachbarn treffen, die nicht wissen, wo die Familie hingezogen ist. Da die Kinder sich meist auch nicht an ihren vollständigen Namen erinnern können, können uns die Behörden hier auch nicht weiterhelfen. In diesen Momenten müssen wir den Kindern Mut machen, dass wir es irgendwann schaffen werden, die Familie zu finden und die Suche auch nicht aufgeben werden. Denn auch wenn die Kinder nicht mehr bei ihren Familien leben wollen oder können, sind die Besuche für sie und ihre Entwicklung sehr wichtig. Für uns ist es jedoch eine wunderschöne Erfahrung mitanzusehen, wie diese Kinder San Rafael immer mehr als ihre Familie ansehen und hier ihr neues Heim gefunden haben.

Das Einleben der 2. Gruppe geht auch deswegen so schnell voran, weil sie sich an der 1. Gruppe orientieren können, die hier schon seit 1999 lebt. Diese Gruppe hat sich hier sehr gut eingelebt und ist inzwischen sehr stabil. Sie leben hier, wie in einer Familie und kommen gut voran.

Jeden Dienstag können einige Kinder eine Therapeutin besuchen, die ihnen hilft, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und wir hoffen, dass sie, wenn sie erwachsen sind, ein "normales" Familienleben führen können.

Wir haben auch bereits wieder erneuten Kontakt zum Casa Club hergestellt, um eine neue Gruppe aufnehmen zu können, wenn das neue Kinderhaus fertig ist. Zur Zeit beherbergt der Casa Club kleine Kinder im Alter zwischen 5 - 12 Jahren. Deshalb wird auch das wieder eine völlig neue Erfahrung für uns werden, da die anderen Kinder immer ein Aufnahmealter zwischen 12 - 15 Jahren hatten. Aber wir freuen uns schon auf diese neue Aufgabe.


Die Bauten

Der Bau des Krankenhauses ist fürs erste abgeschlossen. Bis auf die Verlegung der Fliesen und der Einbau der sanitären Anlagen ist das Krankenhaus fertig und für den weiteren Bau müssen wir auf den nächsten italienischen Container warten, in dem die Fliesen, Toiletten und Waschbecken geliefert werden. Bis dahin können wir hier nicht weiterarbeiten.

Deshalb haben wir zwischenzeitlich mit dem Bau eines weiteren Kinderhauses begonnen. Auch hier sind die Maurerarbeiten abgeschlossen, das Dach ist auch bereits fertig und die Fußböden sind verfließt. Allerdings fehlen auch hier noch Toiletten, Waschbecken und Duschen, auf die wir für die Fertigstellung warten müssen. Sobald der italienische Container da ist, wird dieses Haus vorrangig fertiggestellt, damit wir die nächste Gruppe aufnehmen können.

Das nächste größere Bauprojekt ist zur Zeit die Fertigstellung des Erzieherhauses. Die Mauern sind fertig und auch das Dach. Der größte Teil ist bereits verputzt und im Erdgeschoss ist bereits der Estrich gegossen.


Der Aufbau des Projektes "El Sauce"

Leider haben wir mit dem Aufbau dieses Projektes noch nicht beginnen können, da die Straße dorthin so schlecht ist, dass wir das Baumaterial nicht dort hinschaffen können. Seit Juni diesen Jahres sollte die Straße repariert werden, aber die Stadtverwaltung ist damit im Verzug und wir können noch nicht abschätzen, wann die Straße passierbar sein wird. Laut Auskunft der Stadtverwaltung soll mit den Reparaturarbeiten im November begonnen werden.


Allgemein zur Lebenssituation

Wie sie ja auch in den Nachrichten erfahren haben, herrschte hier dieses Jahr eine große Trockenheit, die leider fast die ganze Ernte vernichtet hat. Alle Bauern haben weniger geerntet als sie ausgesät haben und viele Familien müssen jetzt ums Überleben kämpfen. Die Trockenheit hat unsere Zuckerrohrernte vernichtet, was für uns insgesamt ein Verlust in Höhe von 10.000 DM bedeutet. Normaler Weise können wir den Zuckerrohr verkaufen und haben so eine gute Einnahmequelle für den Aufbau von San Rafael gehabt. Dieses Mal jedoch ist die Ernte vernichtet und das, was noch nicht vertrocknet ist, ist höchstens noch als Viehfutter geeignet, nicht aber für den Verkauf. Für das Leben aller hat diese Trockenzeit auch zur Folge, dass die Preise bisher ziemlich angestiegen sind und da auch noch die 2. Ernte in diesem Jahr gefährdet ist, werden sich die Grundnahrungsmittel, wie Bohnen und Mais, auch weiterhin verteuern. Deswegen wird jetzt der Aufbau von San Rafael langsamer voran gehen, da wir natürlich vorrangig Nahrungsmittel kaufen müssen, um die Kinder zu ernähren und nur von dem restlichen Geld Baumaterialien kaufen können und die Arbeitslöhne bezahlen können. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass wir auch diese, für uns schwierige Zeit, überwinden werden. Wir haben deshalb viele Arbeiter aus dem Baubereich abgezogen und sie arbeiten jetzt für den Anbau von Obst und Gemüse.

Zur Zeit sind wir hier auf Wassersuche, um einen Brunnen zu bohren, um uns etwas unabhängiger von dem launischen Wetter zu machen und die nächsten Ernten zu sichern. Beten sie bitte für uns, dass diese Wassersuche gelingt, denn Wasser ist hier ein sehr kostbares Gut.


Ihr Kaplan Thomas Drews


Zurück zum Seitenanfang Zurück zum Seitenanfang



© San Rafael 2002:   Dominik Menning; Thomas Drews